Montag, 27 Mai 2013 15:41

Mobbing am Arbeitsplatz

 

Mobbing am Arbeitsplatz

Definition:

  • Mobbing oder Mobben (von englisch ' „anpöbeln, angreifen, bedrängen, über jemanden herfallen“ und ' „Meute, Gesindel, Pöbel, Bande“) steht im engeren Sinn für „Psychoterror am Arbeitsplatz mit dem Ziel, Betroffene aus dem Betrieb hinauszuekeln. ...

de.wikipedia.org/wiki/Mobbing

 

 

In unserer Zeit bekommt der Begriff Mobbing eine ganz andere Bedeutung. Kaum einer kann von sich behaupten, "Mich hat noch keiner gemobbt!".

 

Ob von Angesicht zu Angesicht, hinter dem Rücken Anderer, über Facebook oder Twitter oder über andere öffentliche Kanäle, Moobing kann schlimme Formen annehmen und Menschen ins seelische Tief stürzen. Dennoch erlaube ich mir die Frage zu stellen: Ist alles was man als Mobbing deklariert auch wirklich Mobbing? Oder ist es vielleicht nicht verstandene Kritik?

 

Zuerst einmal glaube ich, dass es schwierig ist eine derartige Grenze zu ziehen. Jeder Mensch hat eine andere Schmerzgrenze. Ob im Privaten oder auf der Arbeit, nicht jeder Mensch kann mit jedem Menschen. Schwierig wird es insbesondere, wenn die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander stoßen. Wenn verschiedene politische Einstellungen aufeinander treffen oder ganz einfach, wenn man im Sport nicht zur gleichen Mannschaft hält. Da kommt es schon vor, dass die Definition Mobbing zu hundert Prozent passt. Selbstverständlich kann das Missbrauchen einer Machtpsotion gegenüber anderen – insbesondere im Berufsleben - zum Mobbing werden. Und dann wird es besonders schwierig für das Opfer.

 

Dennoch neigen wir immer häufiger dazu alles mit Mobbing zu erklären. Liegt es vielleicht auch daran, dass wir nicht mehr so kritikfähig sind? Eine Begründung ist vielleicht, dass wir alle perfekt sein müssen, aber auch sein wollen. Ob als Erziehungsberechtigte, als Arbeitnehmer aber auch als Arbeitgeber, Schwächen sind uns nicht erlaubt. Wie schrecklich ist es denn für uns ertappt zu werden und Fehler auch noch zugeben zu müssen?

 

Auf der anderen Seite möchte man doch auch mal klar seine Meinung sagen dürfen. Und ein wenig Lästern gehört zum Leben dazu.

Ganz ehrlich, manchmal kann ich das Wort Befindlichkeiten schon nicht mehr hören. Natürlich darf es nicht sein, dass sich Menschen egal wo und in welcher Position, in ihrer Haut nicht mehr wohl fühlen. Jeder ist gefordert hier eine deutliche Sprache zu sprechen und entsprechend zu reagieren. Gerade wir Erwachsenen leben besonders unseren Kindern Toleranz vor.

Aber muss ich für alles und jeden Verständnis haben?

 

Oft frag ich mich, gibt es Mobbing auch bei BMCT? Ich kann weder ja noch nein sagen. Wird gestritten? Ja

Wird diskutiert? Ja

Werden auch mal unsachliche Gespräche geführt? Ja

Wird über MitarbeiterInnen oder die Geschäftsleitung gelästert? Ja

Empfindet das jemand als Mobbing? Bis dato hat mir zumindest noch kein MitarbeiterIn gesagt, dass er sich gemoppt fühlt. Aber wer kann schon in die Seele eines Menschen schaun.

Zum Abschluss was zum Schmunzeln:

Wir haben seit 2013 ein Mobbingbuch. Ein kleines rotes Buch, ich habe es von einer Mitarbeiterin geschenkt bekommen, in dem alle Mobbingversuche eingetragen werden. Und ihr könnt mir glauben, kaum verlangt einer einen Eintrag ins Mobbingbuch lacht die ganze Firma. Bei uns steht so was drin wie, Frau A. aus P fühlt sich heute mehrfach von Frau N aus S zu unrecht angegriffen und betont, sie hat keine schlechte Laune. Oder, Herr P aus S wurde von Frau L aus S nicht gefragt, ob er mit zum Rauchen geht.

Ich hoffe sehr, dass sind unsere einzigen Mobbingprobleme.

Daniela Laurien