Freitag, 21 Juni 2013 10:59

Technische Hotline, wem schenken wir unser Vertrauen?

Es ist schon komisch, in Zeiten der Gleichstellung von Mann und Frau, in Zeiten in denen Frauen immer häufiger in Männerberufen einsteigen, in Zeiten in denen auch Frauen die Geschäftsetagen erobern, denken wir immer noch wie vor hundert Jahren.

Wir haben ein Problem mit dem Internet oder dem Computer oder der Telefonanlage? Nach stundenlangen Selbstversuchen, den daraus folgenden Wutanfällen und der späten Einsicht doch nicht alles zu wissen, rufen wir dann die Hotline an.

Es meldet sich eine freundliche Stimme: „Wie kann ich Ihnen helfen?“

Und dann kommt immer wieder das gleiche.

Eine Frau versucht uns zu erklären, was wir zu tun haben. Wehe dem es funktioniert nicht.

Eine Frau kann ja keine Ahnung haben. So schlau wie die, bin ich doch selbst. Das hat sie nicht richtig erklärt. Frauen drücken sich auch immer verkehrt aus.

Das ist schon ein Problem, wenn eine Frau mit einer Frau spricht. Zwei Ahnungslose sprechen über etwas, was sie nicht verstehen. Wenn der Anrufer ein Mann ist, dann ist der Stress vorprogrammiert.

„Was setzen die da ne Frau hin. Frauen und Technik geht ja wohl gar nicht.“ Vielleicht haben wir noch Glück und ein Mann sagt gerade noch so:  „Es gibt ja auch Ausnahmen, aber die geht echt nicht.“

Woran liegt das?

Jahrhunderte waren wir Frauen für das Heim und Kinder zuständig. Wir haben das Feuer gehütet und Essen gemacht.

Man(n) traut uns einfach nicht zu, dass wir hochtechnologische Abläufe erfassen, umsetzen und Probleme lösen können.

Das ist ein Grund dafür, dass Auftraggeber insbesondere bei solchen Hotlines Männer für die Anrufannahme wünschen.

Tatsache ist: Mein erster Systemadministrator war eine Frau. Wir waren ein super Team, haben Probleme konstruktiv gelöst und Projekte absolut solide umgesetzt. Einfacher gesagt, wir haben die gleiche Sprache gesprochen.

Ich kann nur jedem raten, wenn ihr mal die Chance habt, ergreift sie. Ihr werdet sehen, es gibt keinen Unterschied zwischen Mann und Frau. Wichtig ist wie immer die Leidenschaft mit der ich etwas mache.

Daniela Laurien