Montag, 10 Dezember 2018 10:23

Von der Bahn im Stich gelassen?!

Heute Morgen um 4:50 Uhr am Bahnhof. Komisch, gähnende Leere am Taxistand. Wo sich sonst Taxi an Taxi reiht, ist heute nicht ein Taxi zu sehen. Im Bahnhof sieht man vereinzelte Menschen mit bösen Gesichtern. Natürlich habe ich gehört, die Bahn streikt, aber unsere Region sollte nicht betroffen sein. Auf der Anzeige (Zugabfahrt oder Zugankunft) steht, mein Zug hat 20 Minuten Verspätung. Na gut, schön ist das nicht, aber was soll man machen. Am Gleis angekommen sehe ich weiter Reisende, mit bitter bösen Minen. Teilweise schimpfen sie laut  über die Bahn und den Streik. Und plötzlich höre  ich, wie ein Reisender schimpft und sagt, „Die spinnen doch, und keiner hier, der einem eine Auskunft geben kann!“ Da ahnte ich schon was kommt. Auch bei uns streikt die Bahn.

Ob das sein muss oder nicht, darüber kann man sich gerne streiten. Worüber man nicht streiten kann, ist,  das, wie gehe ich mit meinen Kunden um. Auf der Anzeige steht nach wie vor, Verspätung 20 Minuten. Es ist kein Servicepersonal da, das man fragen könnte, wie es weiter geht. Ein Zugführer steht neben seinem Zug und wartet scheinbar auch auf Instruktionen. Den habe ich freundlich angesprochen. Die Antwort war kurz und unfreundlich. Der Scheiß geht mich nichts an, das waren seine netten Worte an mich. Ich hatte zwar Glück und konnte ein Auto organisieren, aber ich hatte eine riesige Wut. Im Radio hörte ich dann, dass der Stellwerkleiter die Arbeit nieder gelegt hat und deshalb nun kein Zug mehr fährt. Diese Info hätte uns doch sehr geholfen. Außerdem finde ich es sehr feige, sich vor den Reisenden zu verstecken und diese - im wahrsten Sinne des Wortes -im Regen stehen zu lassen.

 

Daniela Laurien