Dienstag, 09 Mai 2017 10:00

Jobs in Deutschland (Erwerbstätigenquote), Agenda 2010

 

Die Agenda 2010 – Braucht es eine Reform?

Wirtschaftsweise Peter Bofinger https://www.xing.com/news/klartext/wir-mussen-die-agenda-2010-neu-justieren-1605?sc_o=news_klartext_article

 


Auch Gerechtigkeit liegt im Auge des Betrachters. Ist es gerecht oder gerechtfertigt, dass man mit 20 Jahren von einer Maßnahme zur anderen Maßnahme geschickt wird? Wenn jemand in diesem Alter immer noch lernen muss, wie man sich bewirbt, hat das Schulsystem versagt. Oder solche Kurse, in dem „man“ herausfinden möchte, welche Arbeit einem liegt. Für mich völliger Unsinn. Ist es gerecht oder gerechtfertigt, dass man nach 35 Arbeitsjahren genauso behandelt wird, als ob man nie ins System eingezahlt hat.


Scheinbar scheint man auch zu vergessen, dass es ein deutlicher Unterschied ist, ob man mit 60 noch in einem Büro (oder Ähnlichem) sitzt oder als Fahrer auf einem uralten LKW (oder ähmlichen). Es soll deutlich gesagt sein, die Arbeit im Büro ist sicherlich auch anstrengend, dennoch, es gibt so viele Berufsgruppen, da können die Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen - ab einem bestimmten Alter - nicht mehr. Leider sind genau in diesen Branchen die Löhne nicht besonders hoch und der Arbeitnehmer kann gar nicht in den Vorruhestand gehen. Verkürzte Arbeitszeiten oder gar Arbeitslosigkeit und dann Harz IV führen oft in einen langfristigen finanziellen Engpass. Eine Umschulung hilft nur begrenzt weiter. Wer glaubt denn wirklich, dass eine Umschulung mit 50 eine finanzielle Verbesserung bringt.

Vielleicht klappt das im Ausnahmefall, aber die Regel ist das meiner Meinung nach nicht.
Dass die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-jährigen gestiegen ist, zweifelt keiner an. Nur warum und unter welchen Voraussetzungen?

Definition: Nach Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zählen zu den Erwerbstätigen alle Personen im Alter von 15 und mehr Jahren, die in einem Arbeitsverhältnis stehen (Arbeitnehmer) oder selbständig ein Gewerbe oder eine Landwirtschaft betreiben (Selbständige, Unternehmer) oder als mithelfende Familienangehörige im Betrieb eines Verwandten mitarbeiten. Personen, die lediglich eine geringfügige Tätigkeit (Mini-Job) ausüben oder als Aushilfe nur vorübergehend beschäftigt sind, zählen ebenso als Erwerbstätige wie auch Personen, die einem Ein-Euro-Job nachgehen.
Die Zuordnung zu den Erwerbstätigen ist unabhängig von der tatsächlich geleisteten oder vertraglich vereinbarten Arbeitszeit. Der internationalen Praxis folgend gelten auch Personen, die zwar nicht arbeiten, bei denen aber Bindungen zu einem Arbeitgeber bestehen (z. B. Personen in Mutterschutz oder Elternzeit, die diesen Urlaub aus einer bestehenden Erwerbstätigkeit angetreten haben), als erwerbstätig.


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Erwerbstätigkeit


Nicht zur Erwerbstätigkeit wird die Zwangsarbeit gezählt, etwa in Gefängnissen oder in Form einer gerichtlich angeordneten Strafe im Jugendstrafrecht.